CPAP-Therapie – nächtliche Überdrucktherapie

Die wirksamste Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe: Ein leichter Überdruck hält die Atemwege im Schlaf offen. Wir begleiten Sie von der Einstellung bis zur Verlaufskontrolle.

Zerwühltes Bett§

Überblick CPAP-Therapie

Das Wichtigste in Kürze: Ein kleines Gerät am Nachttisch erzeugt über Schlauch und Maske einen leichten Überdruck, der die oberen Atemwege offen hält. Die Atemaussetzer verschwinden, sobald die Therapie angewendet wird. Entscheidend für den Erfolg sind die richtige Maske, eine sorgfältige Einstellung und die Begleitung in den ersten Wochen.
Medizinisch geprüft durch Dr. med. Cristina Zunzunegui

SGSSC Fähigkeitsausweis für Schlafmedizin, ESRS Expert Somnologist, FMH Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie · Aktualisiert: September 2026 · Quellen

Für wen die Behandlung geeignet ist

Die Überdrucktherapie ist bei mittlerer bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe die Behandlung der ersten Wahl. Sie kommt auch bei leichterer Ausprägung infrage, wenn ausgeprägte Beschwerden bestehen oder Begleiterkrankungen dafür sprechen.

Ob sie angezeigt ist, ergibt sich aus der Schlafuntersuchung: Dort zeigt sich, wie häufig die Atemaussetzer auftreten, wie stark die Sauerstoffsättigung abfällt und welche Beschwerden im Alltag bestehen.

Nicht für alle kommt sie infrage. Wird sie nicht vertragen oder abgelehnt, stehen je nach Befund andere Verfahren zur Verfügung. Ein fairer Versuch lohnt sich allerdings, bevor eine Alternative gewählt wird – die meisten Schwierigkeiten der ersten Wochen sind lösbar.

Bei Übergewicht ist zusätzlich eine Gewichtsabnahme anzustreben. Sie kann die Schlafapnoe deutlich verbessern und ergänzt die Überdrucktherapie.

Abklärung Symbolbild

So funktioniert die Überdrucktherapie

Die Therapie arbeitet mit einem kleinen Gerät am Nachttisch, das über einen Schlauch und eine Maske einen leichten, kontinuierlichen Überdruck erzeugt. Dieser Druck wirkt wie eine pneumatische Schiene: Er hält die oberen Atemwege offen, sodass die Atemaussetzer verschwinden. Das Gerät ist leise, der Druck wird individuell eingestellt.

Geräte und Masken

CPAP

Der Druck bleibt während der ganzen Nacht konstant – die klassische und häufigste Variante.

APAP

Automatisch regulierende Geräte passen den Druck laufend an die aktuelle Atmung an.

BPAP, auch Bilevel

Der Druck ist beim Einatmen höher als beim Ausatmen – das erleichtert die Atmung zusätzlich.

Welcher Gerätetyp geeignet ist, entscheidet sich anhand der Schlafuntersuchung.

Die passende CPAP-Maske finden

Bei den Masken gibt es verschiedene Bauarten – Nasenmasken, Nasenpolstermasken und Masken, die Nase und Mund umschliessen. Welche Variante passt, hängt von Ihrer Atmung, der Gesichtsform und Ihrem persönlichen Empfinden ab.

Die Auswahl und Anpassung sind entscheidend für den Erfolg: Die meisten Schwierigkeiten in den ersten Wochen hängen mit der Maske zusammen und lassen sich durch eine andere Maskenform oder angepasste Einstellungen lösen. Eine gut sitzende, aber nicht zu straff angezogene Maske beugt Druckstellen an Nase und Wangen vor.

Eingewöhnung

Wenn die Gewöhnung an die CPAP-Therapie anfangs schwerfällt, kann ein schrittweises Vorgehen helfen. Die Maske kann zunächst für kurze Zeit im Wachzustand getragen und anschliessend der Luftstrom mit eingeschaltetem Gerät ausprobiert werden. Sobald sich die Anwendung vertrauter anfühlt, kann die CPAP-Therapie während der Nacht eingesetzt werden.

Bei trockener Nase hilft ein Luftbefeuchter, den viele Geräte bereits eingebaut haben. Eine passende Maskenform, eine sorgfältige Einstellung und eine gute Begleitung in der Anfangsphase tragen entscheidend dazu bei, dass die Therapie langfristig erfolgreich angewendet wird.

Wirksamkeit und Verlaufskontrolle

Wird die Therapie regelmässig angewendet, verschwinden die Atemaussetzer weitgehend. Tagesschläfrigkeit und Konzentrationsprobleme bessern sich bei vielen innerhalb weniger Wochen. Die Wirkung besteht allerdings nur in den Nächten, in denen das Gerät verwendet wird – deshalb ist die regelmässige Anwendung der wichtigste Faktor für den Erfolg.

Nach der Einleitung der Therapie erfolgt eine ärztliche Kontrolle, bei der Wirksamkeit und Verträglichkeit überprüft werden; danach sind regelmässige Verlaufskontrollen vorgesehen. Gerät und Maske werden zudem technisch überprüft. Kontrolliert wird, ob die Atemaussetzer tatsächlich beseitigt sind, ob Sie die Therapie gut vertragen und regelmässig anwenden und ob die Beschwerden zurückgehen.

Was bei uns stattfindet

Indikation, Einstellung und Verlaufskontrolle liegen in der Klinik. Die Versorgung mit Gerät und Maske koordinieren wir für Sie; Sie müssen sich nicht selbst darum kümmern.

Bei Schwierigkeiten mit der Maske, mit dem Druck oder mit der Anwendung sind wir die Ansprechstelle. Viele Probleme lassen sich mit kleinen Anpassungen lösen – deshalb lohnt es sich, sich früh zu melden statt die Therapie abzubrechen.

Häufige Fragen

Kontakt Symbolbild

Fragen zur Überdrucktherapie?

Wir beraten Sie zur Einstellung, zur Maskenwahl und zur Verlaufskontrolle.

Hinweise für Zuweisende

Indikation, Einstellung und Verlaufskontrolle erfolgen in der Klinik; die Versorgung mit Gerät und Maske koordinieren wir. Zuweisungen sind auch zur Mitbeurteilung bei laufender Therapie möglich, etwa bei unzureichender Anwendung oder fortbestehender Tagesschläfrigkeit trotz Behandlung. Rückmeldung innert zwei Arbeitstagen.

Quellen