Lautes Schnarchen, beobachtete Atempausen, Müdigkeit am Tag? Wir klären ab, ob hinter dem Schnarchen eine Schlafapnoe steckt, und zeigen, was dagegen hilft.

Das Wichtigste in Kürze: Schnarchen entsteht, wenn im Schlaf die Weichteile im Rachen im Luftstrom flattern. Gelegentliches Schnarchen kommt bei fast allen Menschen vor und ist meist harmlos. Lautes, unregelmässiges Schnarchen mit beobachteten Atempausen oder ausgeprägter Müdigkeit am Tag kann dagegen auf eine Schlafapnoe hinweisen und gehört ärztlich abgeklärt.
Im Schlaf lässt die Spannung der Muskulatur im Rachen nach. Wird der Atemweg dadurch enger, strömt die Luft schneller, und Gaumensegel, Zäpfchen und Zungengrund geraten in Schwingung. Das Geräusch entsteht meist beim Einatmen. Je enger der Atemweg, desto lauter und unregelmässiger wird es.
Regelmässiges Schnarchen ist verbreitet: In einer grossen amerikanischen Bevölkerungsstudie schnarchten 44 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen zwischen 30 und 60 Jahren gewohnheitsmässig. Für die Betroffenen selbst ist das Geräusch oft kein Problem, für die Bettpartnerin oder den Bettpartner dagegen häufig. Medizinisch entscheidend ist eine andere Frage: ob hinter dem Geräusch eine Atmungsstörung steckt. Schnarchen ist eine von mehreren Schlafstörungen, die in der Übersicht zu den Schlafstörungen eingeordnet sind.
SGSSC Fähigkeitsausweis für Schlafmedizin, ESRS Expert Somnologist, FMH Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie · Aktualisiert: September 2026 · Quellen
Als einfaches Schnarchen gilt ein gleichmässiges Geräusch ohne Atempausen und ohne Beschwerden am Tag. Es ist in erster Linie eine soziale Belastung. Bestimmte Anzeichen sprechen dagegen für eine ärztliche Abklärung:
Wer mehrere dieser Anzeichen bei sich feststellt oder von Angehörigen darauf angesprochen wird, sollte das Schnarchen nicht als blosse Gewohnheit abtun. In der Wisconsin-Studie erfüllte gut ein Drittel der schnarchenden Männer und knapp ein Fünftel der schnarchenden Frauen die Kriterien einer zumindest leichten Schlafapnoe.
Schnarchen hat selten nur eine Ursache. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen, die den Atemweg im Schlaf einengen oder seine Spannung vermindern:
Seltener stehen Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion dahinter, die zu einer Schwellung der Weichteile führen kann. Auch das Alter spielt eine Rolle, weil die Spannung des Gewebes abnimmt.

Beim einfachen Schnarchen bleibt der Atemweg trotz Verengung offen, die Atmung läuft ungestört weiter. Bei einer obstruktiven Schlafapnoe fällt er dagegen wiederholt teilweise oder vollständig zusammen. Die Atmung setzt aus, der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt, und kurze Weckreaktionen bringen die Atmung wieder in Gang. Der Schlaf wird dadurch zerstückelt und verliert seine Erholungswirkung.
Die Lautstärke allein erlaubt keine sichere Unterscheidung. Umgekehrt gilt: Eine Schlafapnoe ohne Schnarchen ist möglich, vor allem bei Frauen und bei der zentralen Form. Anhaltende Erschöpfung, unerholtes Aufwachen oder nächtliche Atemnot sind deshalb auch ohne Schnarchen ein Grund für eine Abklärung.
Ob einfaches Schnarchen für sich allein Herz und Gefässe belastet, ist nicht abschliessend geklärt. Einzelne Beobachtungsstudien fanden bei starkem Schnarchen häufiger Veränderungen an den Halsschlagadern; grosse Langzeitstudien fanden dagegen keinen Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Sterblichkeit, wenn keine Schlafapnoe vorlag.

Die Abklärung soll vor allem eine Frage beantworten: Liegt eine Atmungsstörung vor? Hilfreich ist, wenn die Bettpartnerin oder der Bettpartner zum Gespräch mitkommt oder die eigenen Beobachtungen vorab notiert.
Ob eine Messung nötig ist und welche, entscheidet sich in der Sprechstunde. Ablauf und Aussagekraft der Verfahren sind auf den Diagnostikseiten beschrieben.
Die Behandlung richtet sich nach dem Befund. Liegt eine Schlafapnoe vor, wird diese behandelt; die Möglichkeiten sind auf der Schlafapnoe-Seite beschrieben. Bei einfachem Schnarchen ist eine Behandlung dann sinnvoll, wenn das Geräusch den eigenen Schlaf oder den der Bettpartnerin oder des Bettpartners stört.
Reichen diese Massnahmen nicht aus, kommt eine individuell angepasste Unterkiefer-Protrusionsschiene infrage, umgangssprachlich Anti-Schnarchschiene. Sie hält den Unterkiefer im Schlaf leicht vorverlagert und vergrössert so den Atemweg. Die Leitlinie der amerikanischen Fachgesellschaft für Schlafmedizin empfiehlt sie bei Schnarchen, wenn Allgemeinmassnahmen nicht ausreichen; in einer randomisierten Studie beurteilten Bettpartnerinnen und Bettpartner das Schnarchen unter der Schiene häufiger als deutlich gebessert als unter einer Kombination aus Nasen- und Lagemassnahmen. Vor der Anpassung ist eine Schlafapnoe auszuschliessen.
Eingriffe an Gaumen, Mandeln oder Nase kommen nur in ausgewählten Fällen infrage, etwa bei deutlich vergrösserten Mandeln oder einer ausgeprägten Engstelle der Nase. Sie setzen eine vorgängige Abklärung voraus, denn eine unerkannte Schlafapnoe muss vorher ausgeschlossen sein. Bei Eingriffen am Gaumen lässt die anfängliche Besserung des Schnarchens über die Jahre häufig nach.
Aufbau, Anpassung und Verlaufskontrollen sind auf den Therapieseiten beschrieben.


Die Somnoklinik klärt ab, ob hinter dem Schnarchen eine Atmungsstörung steckt, und zeigt, was dagegen hilft.
Die Somnoklinik übernimmt die Abklärung von Patientinnen und Patienten mit Schnarchen, bei denen Sie eine schlafbezogene Atmungsstörung vermuten, von der ambulanten Polygraphie bis zur Polysomnographie im Schlaflabor, einschliesslich Therapieempfehlung und Verlaufskontrolle.
