Schlafstörungen – erkennen, abklären, behandeln

Schlecht schlafen ist kein einheitliches Problem. Hinter denselben Beschwerden stecken sehr unterschiedliche Ursachen – und entsprechend unterschiedliche Behandlungen.

Überblick Schlafstörungen

Das Wichtigste in Kürze: Schlafstörungen gibt es in vielen Formen – die Schlafmedizin unterscheidet über achtzig. Für die Praxis genügen sechs Gruppen: Probleme beim Ein- und Durchschlafen, Atemaussetzer im Schlaf, unruhige Beine und andere Bewegungsstörungen, ausgeprägte Schläfrigkeit am Tag, ein verschobener Schlaf-Wach-Rhythmus sowie ungewöhnliches Verhalten im Schlaf wie Schlafwandeln. Welche Behandlung hilft, zeigt sich erst nach der Abklärung.

Viele Betroffene wissen nicht, in welche Richtung ihre Beschwerden weisen. Wer nachts wach liegt, vermutet Stress; wer tagsüber müde ist, denkt an zu wenig Schlaf. Beides kann zutreffen – oder etwas ganz anderes dahinterstecken. Eine Schlafapnoe etwa geht oft mit dem Gefühl einher, schlecht zu schlafen, obwohl die Schlafdauer stimmt.

Deshalb beginnt jede Behandlung mit der Abklärung. Sie ordnet die Beschwerden einem Störungsbild zu und schliesst andere Ursachen aus.

Medizinisch geprüft durch Dr. med. Cristina Zunzunegui
SGSSC Fähigkeitsausweis für Schlafmedizin, ESRS Expert Somnologist, FMH Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie · Aktualisiert: September 2026

Wann eine Abklärung sinnvoll ist

Einzelne schlechte Nächte gehören zum Leben. Eine schlafmedizinische Abklärung ist angezeigt, wenn eine der folgenden Situationen über längere Zeit besteht:

Ein- oder Durchschlafprobleme über mehrere Monate, mehrmals pro Woche
ausgeprägte Müdigkeit oder Schläfrigkeit am Tag, trotz ausreichender Schlafdauer
beobachtete Atempausen im Schlaf oder lautes, unregelmässiges Schnarchen
unruhige Beine am Abend oder häufige Beinbewegungen in der Nacht
ungewöhnliches Verhalten im Schlaf: Sprechen, Umsichschlagen, nächtliches Aufschrecken
Einschlafen am Steuer oder bei der Arbeit
Schlafmittel, die seit Monaten oder Jahren eingenommen werden
Unwillkürliches Einschlafen am Tag ist das Zeichen, das am dringendsten abgeklärt gehört – es weist auf eine andere Ursache hin als auf blosse Übermüdung.

Die Krankheitsbilder im Überblick

Ein- und Durchschlafstörungen

Insomnie

Langes Wachliegen, nächtliches Erwachen oder Früherwachen mit Auswirkungen auf den Tag.

Schlafmittelabhängigkeit

Schlafmittel, die über Jahre eingenommen werden, wirken immer schwächer. Das Absetzen gelingt begleitet.
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Schlafbezogene Atmungsstörungen

Schlafapnoe

Wiederholte Atempausen im Schlaf, häufig mit lautem Schnarchen und Tagesschläfrigkeit.

Schnarchen

Nicht jedes Schnarchen ist behandlungsbedürftig – die Abgrenzung zur Schlafapnoe ist der erste Schritt.
Bewegungsstörungen im Schlaf

Restless-Legs-Syndrom

Unangenehmer Bewegungsdrang in den Beinen am Abend und in Ruhe, der den Schlaf verhindert.
Krankhafte Tagesschläfrigkeit

Narkolepsie

Unüberwindbare Schlafattacken am Tag, oft begleitet von plötzlichem Verlust der Muskelspannung.

Hypersomnie

Erhöhtes Schlafbedürfnis und anhaltende Schläfrigkeit ohne erkennbare andere Ursache.
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Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen

Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen

Die innere Uhr passt nicht zum Alltag – etwa bei Schichtarbeit oder stark verschobenem Rhythmus.
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Parasomnien

Parasomnien

Schlafwandeln, Sprechen im Schlaf, Albträume oder Aufschrecken aus dem Schlaf.
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Häufige Ursachen

Schlafstörungen entstehen selten aus einem einzigen Grund. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen:

Körperliche Ursachen

Atemwegserkrankungen, Schmerzen, Reflux, hormonelle und neurologische Erkrankungen.

Psychische Ursachen

Depressionen, Angststörungen, Traumafolgestörungen und anhaltende Belastung.

Substanzen

Alkohol, Koffein, Nikotin, Cannabis sowie einzelne Medikamente.

Lebensumstände

Schicht- und Nachtarbeit, Zeitzonenwechsel, Lärm, Licht, unregelmässige Zeiten.

Erlernte Muster

Verhaltensweisen, die den Schlaf aufrechterhalten sollen, ihn aber untergraben – langes Wachliegen, Grübeln, angestrengtes Bemühen.

Ein wichtiger Punkt: Auch wenn eine andere Erkrankung vorliegt, wird die Schlafstörung heute eigenständig behandelt. Man wartet nicht ab, bis die Begleiterkrankung verschwunden ist.

Der Weg zur Abklärung

1
Sprechstunde
Ausführliches Gespräch zu Beschwerden, Schlaf- und Wachgewohnheiten, Vorerkrankungen und Medikamenten, ergänzt durch Fragebögen.
2
Messung, wenn nötig
Schlafprotokoll, Aktigraphie, ambulante Messung zuhause oder eine Nacht im Schlaflabor – je nach Fragestellung.
3
Befund und Behandlung
Einordnung der Ergebnisse, Diagnose und Vorschlag für das weitere Vorgehen. Die zuweisende Praxis erhält einen Bericht.

Wie wird untersucht und behandelt?

Die Verfahren und die Behandlungsmöglichkeiten sind auf den Diagnostik- und Therapieseiten beschrieben.

Häufige Fragen

Beschwerden abklären lassen

Wir ordnen die Beschwerden ein und legen fest, welche Untersuchung weiterhilft. Fachpersonen finden die Angaben zur Zuweisung im Zuweiserbereich.