Die Messung der Atmung im Schlaf, die Sie zuhause im eigenen Bett durchführen. Für die meisten Verdachtsfälle auf Schlafapnoe der erste und oft ausreichende Schritt.

Das Wichtigste in Kürze: Ein kleines Messgerät zeichnet über eine Nacht die Atmung, die Sauerstoffsättigung, den Puls und die Körperlage auf. Sie erhalten es bei uns mit einer Einweisung, schlafen damit zuhause und bringen es am nächsten Tag zurück. Die Untersuchung ist schmerzfrei; die Sensoren werden auf der Haut angebracht und als Gurt angelegt.
Weil die Messung in der gewohnten Umgebung stattfindet, entspricht die Nacht dem üblichen Schlafverhalten. Was sie nicht erfasst, sind die Hirnströme – und damit die Schlafstadien. Für eine klar umrissene Fragestellung genügt das; bei unklaren Befunden folgt die Untersuchung im Schlaflabor.
SGSSC Fähigkeitsausweis für Schlafmedizin, ESRS Expert Somnologist, FMH Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie · Aktualisiert: September 2026 · Quellen
Bei Verdacht auf eine schlafbezogene Atmungsstörung ist die respiratorische Polygraphie in der Regel die erste apparative Untersuchung – etwa bei beobachteten Atemaussetzern, lautem unregelmässigem Schnarchen oder ausgeprägter Tagesschläfrigkeit. Sie eignet sich ebenso für Verlaufskontrollen unter laufender Therapie.
Nicht geeignet ist sie, wenn Schlafstadien oder nächtliche Weckreaktionen bestimmt werden müssen, wenn Bewegungsstörungen oder ungewöhnliches Verhalten im Schlaf abzuklären sind oder wenn mehrere Störungen gleichzeitig vermutet werden.

Aus den Aufzeichnungen ergibt sich, wie häufig die Atmung aussetzt oder vermindert ist, wie stark der Sauerstoffgehalt dabei abfällt und ob die Ereignisse lageabhängig auftreten. Der Apnoe-Hypopnoe-Index gibt die Zahl der Ereignisse pro Stunde an und bestimmt den Schweregrad.
Weil die Schlafzeit nicht direkt gemessen, sondern geschätzt wird, kann der Index bei einer ambulanten Messung etwas niedriger ausfallen als im Schlaflabor. Das ist bei der Beurteilung berücksichtigt.
Zeigt sich eine Lageabhängigkeit, ist das für die Behandlung bedeutsam: Dann kommen neben der Überdrucktherapie auch alternative Verfahren infrage.

Da zuhause keine Hirnströme aufgezeichnet werden, lassen sich die Schlafstadien nicht direkt bestimmen; auch eine Video- oder Tonaufnahme erfolgt nicht. Verrutschen Sensoren oder werden einzelne Messsignale fehlerhaft aufgezeichnet, kann das während der Nacht nicht durch Fachpersonal korrigiert werden – in diesem Fall muss die Untersuchung möglicherweise wiederholt werden. Für die meisten Verdachtsfälle liefert die Messung dennoch ausreichend zuverlässige Ergebnisse.
Im Schlaflabor werden zusätzlich Hirnströme, Augenbewegungen und Muskelspannung aufgezeichnet, und Fachpersonal überwacht die Messung. Nötig bei unklaren Befunden und bei mehreren vermuteten Störungen.
Ein am Handgelenk getragener Bewegungssensor erfasst über zwei bis drei Wochen den Schlaf-Wach-Rhythmus, nicht die Atmung.
Sie schätzen den Schlaf über Bewegung und Puls. Für den Alltag interessant, für eine Diagnose nicht geeignet.
Wenn der Befund unklar bleibt – bei widersprüchlichen Ergebnissen oder zusätzlichen Fragestellungen folgt die umfassende Untersuchung im Schlaflabor.


Wir instruieren Sie persönlich und werten die Messung fachärztlich aus.
Die respiratorische Polygraphie eignet sich für die klar umrissene Fragestellung nach einer schlafbezogenen Atmungsstörung sowie für Verlaufskontrollen. Wir bitten um Angabe der Fragestellung und um vorhandene Vorbefunde. Der Befund umfasst Apnoe-Hypopnoe-Index, Sauerstoffsättigungsverlauf, Lageabhängigkeit und die Einordnung mit Therapievorschlag. Bei unklarem Ergebnis schlagen wir die Untersuchung im Schlaflabor vor. Rückmeldung innert zwei Arbeitstagen.
